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Langsam kommen wir zu den kniffligeren Sachen, die auch etwas mehr Zeit und Arbeit erfordern. Auch hier gibt es eine Reihe verschiedener Möglichkeiten.

Ihr könnt eine fertige Leggings in der passenden Farbe kaufen (oder färben) und die Streifen aufmalen. Manche Leute ziehen auch einfach eine grobe Netzstrumpfhose über die Leggings, auch das erfüllt notfalls seinen Zweck. Ich habe mich natürlich für die umständlichste, im Endeffekt aber wohl sauberste Lösung entschieden: Stoff bemalen und Leggings selbst nähen.

Hierzu wird Lycra benötigt, in vielen Shops auch unter «Badeanzugstoff» zu finden, womit direkt erklärt ist, um was für Stoff es sich handelt. Was die Farbe angeht kann ich bei online Shops nur DRINGEND raten: Lasst euch Muster schicken!

Ich habe einen babyblauen Stoff bestellt, der vom Bild auf der Webseite optimal war – der gelieferte Stoff war türkis… Eigentlich eine Frechheit, das als Babyblau zu verkaufen. Man findet den Stoff auch gern mal unter «himmelblau», wie gesagt, entweder Muster schicken lassen oder direkt im Laden kaufen, sonst ärgert man sich später nur, denn dieser Stoff kostet pro Meter zwischen 10 und 15 EUR.

Bei meiner ersten Leggings habe ich erst den kompletten Stoff mit dem Gittermuster bemalt und später ausgeschnitten. Ich empfehle es umgekehrt zu tun, wie bei meinem zweiten Versuch. Dann hat man am Ende nicht so viel umsonst bemalt, was eh nur Verschnitt ist.

Versuch 1:

Und hier Versuch 2, erstmal ordentlich Stoff ausschneiden. Entweder kauft man sich ein Schnittmuster oder bastelt sich eins. Dies mache ich immer, indem ich eins meiner vorhandenen Kleidungsstücke nehme, das etwa zu dem gewollten Ergebnis passt – in diesem Fall eine einfache Leggings – und schneide aus Reststoffen ein Muster. Man kann auch die Leggings einfach direkt auf den Stoff legen und ausschneiden, das wird natürlich nicht so genau und ist umständlicher.

Dann geht es auch hier ans bemalen, genau wie im ersten Fall. Am besten mit Geodreieck einmal einen rechten Winkel für die Karos meistern, dann immer fleißig mit einem großen Lineal die Linien in gleichmäßigen Abständen mit einem schwarzen Stoffmalstift ziehen.

Wem das so reicht, der wäre hier mit dem Gittermuster fertig. Mir persönlich ist der Stoffmalstift einfach zu blass, daher zeichne ich das Muster noch mal mit schwarzer Stoffmalfarbe und einem feinen Pinsel nach. Bei anderen Kostümen, wie z.B. Ashley, wo das Gittermuster heller als der Stoff ist, wird man um so etwas gar nicht herumkommen, da ein Stoffmalstift kaum richtig decken dürfte.

Auf das Gittermuster gehört jetzt noch auf jede zweite Schnittstelle eine kleine Bügelniete. Ich hatte zuerst Strasssteine verwendet, bei einem späteren Musicalbesuch jedoch festgestellt, dass es tatsächlich einfache Bügelnieten sind.

Idealerweise bringt man diese an, BEVOR alle Teile zusammengenäht sind und man es noch flach auf dem Tisch ausbreiten kann, aber NACHDEM der Mittelteil eingenäht wurde (damit man weiß, bis wohin man überhaupt Nieten braucht. Von den Nieten hab ich leider nur ein Bild, nachdem es schon fertig war:

Der Mittelteil ist knifflig, macht aber Spaß! Hierzu braucht man zunächst einen silbernen Stoff der nicht stretcht. Das ist in meinem Fall eine Art Satinstoff (oft im Karnevalsverkauf zu finden). Stretchen sollte er nicht, da man hier die Fenster aufmalt und die sich sonst verziehen können. Dinah hat noch einen blauen Rand am hinteren Teil des Mittelstegs. Hierzu habe ich wie auf dem Bild zu sehen Schrägband in der passenden Farbe aufgenäht.

Warum so rum? Weil man den entsprechenden Teil der Leggings dann darunter legt und in der Mitte des Schrägbandes, also der Knickstelle, festnähen kann, und somit nach dem Zuklappen und festnähen des schrägbandes an der Knickstelle keine Naht sieht. Auf der anderen Seite wird der silberne Stoff einfach an die Leggings genäht, natürlich beides von links. Für die Fenster habe ich mir wieder eine Papierschablone gemacht.

Wenn man sich dazu entschieden hat, eine fertige Leggings zu kaufen, weil man nicht selbst nähen möchte oder kann, bleibt einem natürlich nur, diesen Mittelteil separat anzufertigen und von Hand auf die fertige Leggings zu nähen. Ist meiner Meinung nach sehr umständlich und kaum sauber zu lösen, aber bestimmt irgendwie machbar. Man sollte die Leggings dann beim annähen allerdings anhaben, damit sie entsprechend auf die richtige Größe gedehnt ist, sonst gibt es später Probleme.

Alternativ fiele mir noch ein, die Leggings seitlich an den Beinen aufzuschneiden und den Mittelteil einzunähen, ist noch einfacher. Um etwas Nähen kommt man so oder so nicht rum, ob mit Hand oder Maschine.

Jetzt heißt es Fenster aufmalen. Ich habe Stoffmalfarben verwendet, bzw. habe ich für den Rand an den Ärmeln später eine dickflüssige Stofffarbe gekauft, die man mit einem Pen aufträgt und die später eine Art Gummifilm bildet, also etwas dicker absteht als normale Farbe. Die heißen 3D Design Pen, z.B. von Javana.

Für den Schimmer im Glas habe ich am Ende einfach eine klare Glitterfarbe drüber gemalt.

Und nun geht es an den spaßigen Teil: Millionen Bügelnieten aufbringen! :-)

Hierzu benutzt man am einfachsten einen Hotfix-Applicator (kostet ca. 20-25 EUR bei Ebay). Es geht natürlich auch mit einem Bügeleisen. Allerdings hab ich das nie versucht und stelle mir das gerade bei dieser Detailarbeit sehr schwierig vor, ohne dass etwas verrutscht.

Am Ende wird dann alles zusammengenäht. Jeweils ein hinterer Beinteil und ein vorderer Beinteil an einen Mittelteil, dann Bauch- und Po-Teil, und zum Schluss die Innennaht der Beine. Von links sieht das ganze vor dem letzten Nähschritt etwa so aus (beim ersten Versuch ohne Schnittmuster, natürlich an den Beinen vieeeel zu breit…):